Blasmusik in XXL

Chronik

Geschichte der Stadtkapelle Amorbach

Katholisch Gesellenvereinskapelle 1931 Leitung: Amtsgerichtsrat Hörnig

Katholisch Gesellenvereinskapelle 1931 Leitung: Amtsgerichtsrat Hörnig

Stadtkapelle im Jahr 1977

Stadtkapelle im Jahr 1977

Stadtkapelle im Jahr 1980

Stadtkapelle im Jahr 1980

Stadtkapelle im Jahr 2012

Stadtkapelle im Jahr 2012

Die Ursprünge der bürgerlichen Blasmusik in Amorbach gehen auf das Jahr 1814 zurück. Offensichtlich war der damalige Stadtpfarrer Friedrich Bauer Initiator einer „Kirchen und Städtischen Music“. In dieser Kapelle, die in ihrer Besetzung der heutigen ähnelte, sind die Wurzeln unserer Stadtkapelle zu erkennen.
Die Konkurrenz war jedoch schon in dieser Zeit groß: neben der 30 Mann starken „Profikapelle“ des Fürstlich Leiningenschen Theaters existierte in diesem Jahr schon eine Musikabteilung des (damals noch hessischen) Landwehr-Bataillons (2. Bataillon des Großherzoglich Hessischen 16. Landwehr-Regiments).
Neuen Schwung bekam die bürgerliche Blasmusik durch die Verordnung über die „Belebung des Sinnes für Musik im Volke“, die 1835 von König Ludwig I. erlassen wurde. Diese Verordnung bestimmte, dass möglichst alle königlich bayerischen Landwehreinheiten eine eigene Musikkapelle bilden sollten.
Somit war man auch in Amorbach bestrebt, neben der seit 1833 geplanten Landwehrtruppe noch eine

Musikkapelle zusammenzustellen.
Am 25. August 1835 (Geburtstag und Namenstag des Königs) spielte die Amorbacher Landwehrkapelle zum ersten Mal in der Öffentlichkeit. Neben zehn Landwehrpflichtigen wurde die Formation von 14 Freiwilligen unterstützt.
In den Folgejahren prägte diese Kapelle das musikalische Geschehen in Amorbach, durch kontinuierliche Ausbildung und militärische Disziplin konnte ein hoher Qualitätsstandard und eine gleichbleibende Stärke von 24 Musikern erreicht werden.
Die Heeresreform von 1868 bedeutete aber auch für das Amorbacher Landwehrbataillon das Ende. Am Silvestertag 1869 zogen die Landwehrmänner ein letztes Mal mit klingendem Spiel durch die Stadt, um vor dem Rathaus die Bataillonsfahne an den Bürgermeister zu übergeben.
Militärisch war die königlich bayerische Landwehr zwar wenig sinnvoll, in ganz Bayern wurde durch sie aber ein solider Grundstock für bürgerliche Blaskapellen gelegt.
So dauerte es auch in Amorbach nicht lange, bis sich die Musiker in verschiedenen Gruppierungen wieder zusammenfanden.
1878 schlossen sich 14 Musiker zu einer festen Kapelle zusammen, wenige Jahre später gründete auch die Freiwillige Feuerwehr eine eigene Musikkapelle.
1890 vereinigten sich diese beiden Kapellen und spielten fortan als „Feuerwehrkapelle Amorbach“.
1895 wurde schließlich aus diesen Musikern erstmals eine „Stadtkapelle“ gegründet, die Leitung sowie die Aus- und Weiterbildung der Aktiven übernahm Hauptlehrer Aquilin Illig.
Mit Beginn des 1. Weltkrieges kam der Spielbetrieb zum Erliegen, doch schon 1920 musizierte die Stadtkapelle (nur wenige Monate) wieder, ebenso wie die von Stadtpfarrer Weber ins Leben gerufene

„Katholische Gesellenvereinskapelle“.
In diesem Jahr wurde auch erstmals ein Musikverein gegründet, der sich aus Musikern der beiden Kapellen zusammensetzte.
Die Gesellenvereinskapelle wurde am 01. April 1934 „auf höheren Befehl“ in „Stadtkapelle“ umbenannt, mit dem Kriegsbeginn 1939 kam jedoch der Spielbetrieb praktisch völlig zum Erliegen.

Eine ausführlichere Beschreibung der Geschichte der Stadtkapelle bis in diese Zeit ist nachzulesen in der Chronik von Bernhard Springer und Michael Eck (Jubiläumsfestschrift „100 Jahre Stadtkapelle Amorbach“).
Dort finden sich auch exakte Quellenangaben und ein Literaturverzeichnis zum Thema.

Nach dem Krieg dauerte es einige Jahre, bis sich die noch lebenden Musiker wieder zusammenfanden. Im Juni 1953 bestimmte der Stadtrat, dass die sich neu gebildete Musikkapelle offiziell „Stadtkapelle“ nennen darf. Am 29.03.1954 wurde schließlich der Musikverein „Stadtkapelle“ Amorbach 1954 e.V. ins Leben gerufen. Vom 31. Juli bis 2. August des gleichen Jahres feierte der junge Verein unter seinem 1. Vorsitzenden Hans Büttner sein Gründungsfest.

Die Folgejahre waren geprägt vom Mangel an Musikern, Problemen in der Nachwuchsarbeit und häufig wechselnden Führungskräften.
Erst als 1978 Anton Wodicka das Dirigentenamt seines verstorbenen Vaters Emil übernahm und im Jahr darauf Georg Elflein zum 1. Vorsitzenden gewählt wurde, sollte eine Phase des kontinuierlichen Aufschwungs beginnen.
Musikalisch wurde die Stadtkapelle zu einem geschätzten und bis weit über die Stadt hinaus bekannten Klangkörper, der sich auf die bayerisch-böhmische Blasmusik und Bearbeitungen der klassischen Musikliteratur spezialisiert hatte.
Die Verleihung der Pro-Musica-Plakette (1979) und die Ausrichtung des Verbandsmusikfestes (1983) waren Höhepunkte im Vereinsgeschehen dieser Epoche.
Die beiden Protagonisten dieser Phase schrieben hierbei selbst Vereinsgeschichte: Kein Dirigent leitete in Amorbach je eine Kapelle länger als Toni Wodicka (1978-1996), noch nie zuvor führte ein 1. Vorsitzender den Musikverein so lange wie Georg Elflein (1979-2002).

2002
Bernhard Springer wird zum 1. Vorsitzenden gewählt, Hubert Morawetz schwingt seit jenem Jahr den Taktstock.

2004
Das 50-jährige Bestehen des neuen Musikvereins im Rahmen eines Kreismusikfestes würdig gefeiert. Nach zwei Jahren Planung und über 1000 Stunden Arbeit war am 27.05.2004 die offizielle Einweihungsfeier des umgebauten und erweitetem Proberaums in der Aula. Trotz Unterstützung der Stadt, war dieser Umbau auch für uns ein finanzieller Kraftakt.

2005
In diesem Jahr stand die Nachwuchssuche im Mittelpunkt. In einer groß angelegten Werbeaktion konnten etliche neue Musikanten gefunden werden, die mit großem Eifer und viel Spaß nun ein Instrument erlernen und mittlerweile als „Jugendkapelle“ auch schon ihre ersten Auftritte erfolgreich absolviert haben. Die Ausbildung erfolgt zusammen mit der Musikschule Walldürn.

2006
Seit Anfang des Jahre kamen 7 Kinder aus Reichartshausen, 1 Kind aus Walldürn sowie 8 Kinder aus Amorbach zu Jugendkapelle hinzu.

2007
Herbert Schwing wird zum 1. Vorsitzenden gewählt, Hubertus Herkert wird sein Stellvertreter. 14./15. Juli besuchten wir unsere befreundete Kapelle in Friedung am Ammersee, hier durften wir den Ehrenabend musikalisch mitgestalten. Am Sonntag spielten wir dann ein Frühschoppenkonzert auf dem heiligen Berg, Kloster Andechs.
Christian Gerling konnte als neuer Dirigent für die Jugendkapelle gewonnen werden. In November wurde ein Jugendwerbetag mit der Grundschule durchgeführt. 10 Jugendliche konnten geworben werden.

2008
Gründung der Jugendkapelle südlicher Landkreis mit 25 Jugendlichen aus Amorbach, Reichartshausen und Schneeberg, ihr Dirigent ist Christian Gerling.
Im Herbst Gründung einer Kinderkapelle mit 21 Jugendlichen aus Amorbach, Schneeberg und Watterbach/ Breitenbuch. Die Leitung der Kinderkapelle hat zunächst Hubert Morawetz.

2009
Zum Transport der Instrumente konnte ein PKW-Anhänger umgebaut und mit einer Plane versehen werden.
Christian Gerling, wird aus beruflichen Gründen, verabschiedet. Nachfolgerin, als Dirigentin für die Jugendkapelle wird Susanne Hock. Petra Stühler übernimmt die Kinderkapelle. Hubert Morawetz wird Jugendkoordinator. Für die Kapelle wurden neue Hosen und Westen angeschafft.

2010
Die Stadtkapelle verbrachte ihre erste Musikerskifreizeit auf der Kotalm in Lengries (Allgäue).
Vier Ehrenmitglieder und ein ehemaliges Vorstandsmitglied verstarben:

04.03.2010 Ehrendirigent Anton Wodicka
26.07.2010 ehm. Vorstandsmitglied Klaus Fertig
21.08.2010 Ehrenmitglied Julius Eck (Schriftführer)
24.11.2010 Ehrenmitglied Werner Eck (Kassier)
03:12:2010 Ehrenmitglied Heinz Beger (2. Vorstand)

2011
Die Jugendkapelle südlicher Landkreis gewann beim Jugendkulturpreis in Erlenbach den zweiten Platz. In ihrer Altersklasse erreichte sie sogar den ersten Platz.
Bei einem Ehren- und Oktoberfestabend im Pfarrheim St. Benedikt wurden Otto Behringer und Rudi Brußler für 50 jährige aktive Mitgliedschaft geehrt. Für 50 jährige Mitgliedschaft wurden Klaus Beger, Gerhard Bauer und Michael Eck geehrt. Weitere aktive und passive Mitglieder erhielten Ehrennadeln sowie Urkunden.
Für die Musiker so wie Vorstandsmitglieder wurden neue Fleecejacken angeschafft.

2012
An der Generalversammlung im März wurden aktive Musiker und Vorstandsmitglieder anlässlich ihrer langjährigen Tätigkeit zu Ehrenmitgliedern ernannt: Gerhard Bauer, Otto Behringer, Rudi Brußler und Michael Eck.
Erstmals wurde das Bürgerfest im Juli, unter der Leitung von Otto Brückner, mit sieben Vereinen ( CCA, FFW, TSV, OGV mit Reiterverein, Theaterkreis und Stadtkapelle) am Alten Rathaus ausgerichtet.

2013
In diesem Jahr wurde die ganze Kapelle mit neuen Uniformen ausgestattet. Ein Dreitages Ausflug führte uns nach Dresden mit Besichtigung der neu erstrahlten Frauenkirche und Elbflorenz. In Berlin erfuhren wir alles über das neu und alte Berlin. Besichtigen konnten wir auch den Reichstag. Der dritte Tag führte uns nach Potsdam mit Rundgang im Cecilienhof und Schloss Sansoucci.

2014
Die Stadtkapelle übernimmt die komplette Jugendorganisation. Jugend und Kinderkapelle südlicher Landkreis heißen neu Jugendblasorchester und Kinderkapelle Amorbach. Hubert Morawetz und Herbert Schwing erhalten im Landratsamt Miltenberg das Ehrenabzeichen des bayrischen Ministerpräsidenten für Verdienste im Ehrenamt. Im Oktober, Feier 60zig Jahre Stadtkapelle im Pfarrheim mit Ehrungen von Aktiven und passiven Mitgliedern.

2015
Rudolf Brußler bekommt das Ehrenzeichen des bayrischen Ministerpräsidenten für das Ehrenamt. Am 17. Mai richtet die Stadtkapelle das erste Marienkonzert in der vollbesetzten St. Gangolf-Kirche aus. Heinz Krug entwirft mit dem Stadtkapellenlogo eine eigene Fahne.

2016
Nach drei Jahren Frühjahrskonzert in Schneeberg, kann die Stadtkapelle ihr Jahreskonzert endlich wieder in der Aula der Grundschule abhalten.
Geplant war einer Serenade im Reitschulhof, die dann aber wegen schlechtem Wetter in der Aula der Grundschule stattfinden musste.
Die Schwenderskapelle wird saniert und feierlich eingewiehen. Hier spielt die Stadtkapelle zum Gottesdienst und danach zum gemütlichen Teil den Frühschoppen.

2017
An der Jahreshauptversammlung wurde Hubertus Herkert als 2. Vorstand verabschiedet, ihm wurde die Ehrenmitgliedschaft verliehen. Sein Nachfolger wurde Daniel Morawetz. Neu im Amt: Franziska Haas (Notenwart), Tobias Appel (1.Beisitzer), Sebastian Herkert (2.Beisitzer)

16.-18. Juni 2017 Highlight der Ausflug nach Frieding zum Jubiläumsfest. Wir übernachteten im Haus des Bauernverbandes. Am Abend besuchten wir die musikalischen Veranstaltungen mit
Vierer Blech und den Scherzachtaler. Am Samstag hatten wir den großen Auftritt auf den heiligen Berg, Kloster Andechs. Am Sonntag nahmen wir am großer Festzug, mit dem Gemeinschaftschor teil. Etwas was besonderes war wieder der Musikantengruß mit ca. 200 Musikanten. Anschließend hatten wir unseren Auftritt in der Festhalle. Es war ein anstrengender, aber schöner Ausflug.

2018
Am 10.05.2018 konnten wir 40zig Jahre Kastanienblütenfest feiern. Für die Gäste gab es zur Überraschung ein Freundschaftsband mit dem Stadtkapellenlogo. Zum Abschluss der Unterfränkischen Kulturtage wurde vor ca.1000 Besuchern am Schlossplatz der Große Zapfenstreich unter der Leitung von Hubert Morawetz gespielt. Alle Kapellen aus dem südlichen Landkreis sowie die Feuerwehren und Vereine aus Amorbach und den Ortsteilen unterstützten mit Fackeln dieses große Ereignis.